Sauerkraut – selbst gemacht schmeckt es am besten

Sauerkraut ist gesund und schmeckt einfach gut. Zumindest, wenn man es selbst zubereitet, denn industriell hergestelltes Sauerkraut ist zum Teil einfach nur geschredderter Kohl, der mit Essig übergossen wird. Mit richtigem Sauerkraut hat das aber nicht viel zu tun. Andere industriell produzierte Varianten sind zwar richtig vergoren, bekommen aber u.a. Antioxidationsmittel und andere Stoffe zugesetzt.

Warum also nicht einfach selbst Sauerkraut herstellen? Das ist nicht schwer und man kann in kurzer Zeit einen ganzen Jahresvorrat produzieren. Dabei kann man seinen eigenen Geschmacksvorstellungen freien Lauf lassen und erhält gesundes, leckeres Sauerkraut. Wir haben vor einigen Wochen wieder eines Jahresvorrat von rund 20 kg Sauerkraut für den Eigenbedarf hergestellt und möchten euch an dieser Stelle einmal zeigen, wie einfach es gemacht wird.

Selbstgemachtes Sauerkraut bereit zum Abfüllen

Fertiges Sauerkraut vor dem Abfüllen

Das Sauerkraut wird durch Milchsäuregärung haltbar und bekommt seinen typischen Geschmack. Diesen Geschmack kann man natürlich nicht mit Essig imitieren. Damit das Selbermachen gelingt, ist größte Sauberkeit von Nöten, da es ansonsten zu Fehlgärungen kommen kann. Wenn man dies beachtet, kann man in wenigen Wochen sein eigenes Sauerkraut geniessen.

Rezept für selbstgemachtes SauerkrautSauerkraut vor der Gärung im Steintopf

  • Zubereitungszeit: je nach Menge
  • Wartezeit: 3 bis 6 Wochen, abhängig von der Temperatur

Zutaten

  • Weißkohl

je Kilogramm Kohl

  • 10 g Salz (kein Jodsalz!)
  • 1 Stück Meerrettich
  • ½ Lorbeerblatt

Zubereitung

  1. Den Weißkohl von den äußeren Blättern befreien und mit einem Kohlhobel zerkleinern. Wer keinen Kohlhobel besitzt, kann den Kohl natürlich auch mit dem Messer zerkleinern. Man benötigt dann allerdings deutlich mehr Zeit.
  2. Den Meerrettich schälen und fein reiben. Anschließend den Kohl mit Salz und Meerrettich gut vermengen und schichtweise in Steintöpfe (idealerweise mit Wasserinne) oder andere geeignete Gefäße füllen. Wer möchte, kann auch geraspelte Möhren usw. mit hineingeben. Jede Schicht feststampfen und ab und zu ein Lorbeerblatt mit hinein werfen. Dabei entsteht in der Regel ausreichend Flüssigkeit.
  3. Das Gefäß nicht ganz füllen, sodass noch ein Gewicht mit hinein passt. Auf das Sauerkraut kommt nun ein sauberes Geschirrtuch. Darauf ein sauberes Brett, dass möglichst rund und im Durchmesser etwas kleiner als das Gefäß ist legen und mit einem sauberen Stein (keine porösen Steine, idealerweise Granit verwenden) beschweren. Statt Brett und Stein können auch Gefrierbeutel verwendet werden, die mit Salzwasser gefüllt werden. Das Kraut muss immer vollständig mit der Flüssigkeit bedeckt sein. Sollte die Flüssigkeit aus dem Kohl nicht reichen, kann man abgekochtes Wasser oder Salzwasser abfüllen. Den Topf so abdecken, dass keine Luft hinein kann und kühl stellen.
  4. Das Kraut nun einige Wochen gären lassen. Regelmäßig kontrollieren. Wenn das Sauerkraut fertig ist, in saubere Twist Off Gläser füllen und einkochen.
  5. Sauberkeit ist bei der Herstellung von Sauerkraut sehr wichtig. Bereits kleinste Verunreinigungen können zum Verderben des Sauerkrauts führen. Darum immer mit Einweghandschuhen und sterilisierten Werkzeugen arbeiten.
  • Zubereitungsart: Konservieren
  • Gang: Beilage / Hauptgericht
  • Schwierigkeitsgrad: einfach

Hinweise

  • Das Einstampfen der einzelnen Schichten sollte sehr sorgfältig geschehen. Dabei muss die Luft aus den Hohlräumen entweichen, da es sonst zu Fäulnis kommen kann.
  • Wer keinen Steintopf besitzt, kann auch große Gläser verwenden. Der Deckel muss dabei festgeschlossen sein, damit keine Luft hineingelangen kann.
  • Das Sauerkraut kann natürlich nach der Gärung auch roh verzehrt oder direkt gekocht werden. Um Verunreinigungen zu vermeiden, empfiehlt sich das Einkochen des Krautes. Es kann aber auch im Steintopf verbleiben. In dem Fall unbedingt das Sauerkraut immer mit einer sauberen Zange herausnehmen. Niemals mit den bloßen Händen hineingreifen, da sonst Fremdkeime hineingelangen können, wodurch das Kraut “kippen” könnte und verdirbt.
  • Wer möchte, kann auch Möhren, Äpfel, Weintrauben und andere Gemüsesorten mit in den Gärtopf geben. Wichtig ist auch hier, dass alles gründlich gewaschen wird.
  • Der Meerrettich dient bei dieser Zubereitungsart nicht dem Geschmack, sondern funktioniert als natürliches Antioxidationsmittel. Das Sauerkraut bleibt dadurch hell und wird nicht grau/braun.

Bilderstrecke

Die Zubereitung unseres diesjährigen Sauerkrauts haben wir für euch in der folgenden Bilderstrecke dokumentiert.

Wie gewohnt haben wir das Rezept für unser selbstgemachtes Sauerkraut auch in unserer Rezeptdatenbank archiviert. Natürlich könnt ihr es euch ausdrucken und abheften.

Ihr macht euer Sauerkraut ebenfalls selbst? Verratet uns doch einmal eure Vorgehensweise! Wir freuen uns auf eure Kommentare.

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Letzte Aktualisierung am 19.02.2019 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API



Kommentare

  • Renate Willi 14 / 01 / 2014 Antworten

    Anfang November haben meine Schwiegermutter und ich unter Mithilfe eines Neffen und unseres Sohnes Sauerkraut selbergemacht, d.h. gehobelt und in ein Fass gefüllt mit Salz und Kümmel (so Handgelenk mal Pi). Meine Schwiegereltern taten das jahrelang. Altersbedingt stieg der Schwiegervater heuer aus. Er sagte früher immer “mehr Salz” ihr müsst mehr Salz beifügen. Meine Schwägerin und ich waren da eher zurückhaltend. Nun, habe gestern das erste mal Sauerkraut aus dem Topf geholt und war nicht erfreut…. es sieht bräunlich aus … habe es dann doch gekocht, nachgesalzen, etwas Apfelessig beigefügt im Kochtopf. Man konnte es essen. War nicht schlecht. Nur gefällt mir die Farbe gar nicht und ich frage mich: was kann ich da tun? Müssen wir im Fass nachsalzen? Bleibt das Sauerkraut gut? oder wie wird das noch, wenn wir nichts machen? Besten Dank für eine Antwort

    Freundliche Grüsse Renate Willi

    • Oliver 14 / 01 / 2014 Antworten

      Auf keinen Fall mehr Salz! 10g Salz pro Kilo Kohl reichen völlig aus, mehr kann zum Verderben des gesamten Sauerkrauts führen! Wenn sogar noch Essig ran musste, war es definitiv zu viel Salz. Dadurch kam die Gärung nicht richtig in Gang.

      Gegen die braune Farbe hilft z.B. geriebener Meerettich, der untergemischt wird. Dieser dient als natürliches Antioxidationsmittel. Wichtig ist aber auch, dass das gesamte Kraut mit Lake bedeckt ist. Mit Salzwasser gefüllte Gefrierbeutel helfen dabei, das Kraut unter den Lakespiegel zu drücken. Ist nicht genug Eigenlake vorhanden, muss mit 5 – 7%igem Salzwasser aufgefüllt werden.

  • Fred 11 / 02 / 2015 Antworten

    Hallo,
    Super Rezept!
    aber…
    Wenn das Kraut nach einigen Wochen gelungen ist!?
    Wie lange und bei welcher Temperatur sollte ich es einkochen?
    Viele Grüße
    Jana und Fred

    • Oliver 11 / 02 / 2015 Antworten

      Hallo,

      das Sauerkraut sollte, sobald das Wasser anfängt zu kochen, für mindestens 20 Minuten eingekocht werden. Anschließend herausnehmen und langsam abkühlen lassen.

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