Kokosbriketts im Test mit Kugelgrill, Smoker und Dutch Oven

Aufgrund steigender Preise und nachlassender Qualität bei normalen Holzkohlebriketts haben wir uns auf die Suche nach einer bezahlbaren und qualitativ hochwertigen Alternative gemacht. Von unserem Forenmitglied “DerMadel” erhielten wir den Tipp, es einmal mit den Kokosbriketts von Oekokraft Kokoskohle zu versuchen. So haben wir kurzerhand 20 kg Kokoskohle in Eiform bestellt, um sie in Kugelgrill, Smoker und mit dem Dutch Oven zu testen.

10 kg Sack mit Kokosbriketts

Ein 10 kg Paket Kokosbriketts

Die Bestellung verlief unkompliziert und dank Lastschriftverfahren funktioniert die Bezahlung reibungslos. Kaum bestellt, wurde das Paket auch schon abgeschickt, doch leider dauerte es dank dem Paketdienst dann volle 7 Tage, bis wir die Briketts in den Händen halten konnten.

Test der Kokosbriketts

Am vergangenen Wochenende stand dann endlich der Test der Kokosbriketts an. Getestet wurden das direkte und indirekte Grillen im Kugelgrill, das Smoken mit einem ProQ Frontier Water Smoker sowie die Verwendung der Briketts mit dem Dutch Oven. Beim Test herrschten zum Teil erschwerte Bedingungen durch stürmischen Wind, dem die Kokoskohlen aber mühelos trotzten.

Anzünden der Kokosbriketts

Angezündet haben wir die Briketts mit einem Weber Anzündkamin “Rapid Fire”, denn wir bis zum Rand füllen. Unter den Anzündkamin kamen immer 3 brennende Flamax Holzwolleanzünder.

Anzündkamin mit Kokosbriketts

Nach dem Anzünden gab es praktisch keinen Rauch

Schon beim Einfüllen und Anzünden der Kokosbriketts fielen uns erste Unterschiede zu normalen Holzkohlebriketts auf. Es gab sehr wenig Bruch und beim Anzünden sehr wenig Rauch, der angenehm nach einem Holzfeuer roch.

Um einen direkten Vergleich zu haben, haben wir einen zweiten Anzündkamin mit gewöhnlichen Briketts befüllt und ebenfalls mit Flamax Holzwolleanzündern entzündet. Dort fiel sofort der vermehrte Bruch der Briketts sowie ein blauschwarzer Rauch mit einem unangenehmen Geruch auf.

Ein Anzündkamin mit Holzkohlebriketts

Normale Holzkohle-Briketts als Vergleich

Sowohl die Kokosbriketts, als auch die Holzkohle-Briketts benötigten in etwa die gleiche Zeit, bis die Briketts einsatzbereit waren. Dabei fiel auch der nächste Vorteil der Kokoskohlen auf: sie sind sehr formstabil. Während bei normalen Briketts beim Anzünden bereits sehr viel Asche herunterfällt und so die Kohlen im AZK zusammensacken, behielten die Kokosbriketts ihre Form und Stabilität.

Durchgeglühte Briketts für den Grill

Die durchgeglühten Kokosbriketts

Der Test im Kugelgrill und mit dem Dutch Oven

Im Kugelgrill haben wir die Kokosbriketts mit einer sogenannten Zweizonenglut getestet. Dabei wird die Kohle nur auf einer Seite des Grills verteilt, während die andere Seite ohne Glut bleibt. Auf diese Weise konnten wir sowohl das direkte, als auch das indirekte Grillen mit den Briketts testen.

Zweizonenglut im 57cm Kugelgrill

Eine Zweizonenglut im Kugelgrill

Zum Einsatz kam bei diesem Test ein 57 cm Kugelgrill mit einem Gussrost. Zunächst wurde direkt gegrillt, wobei uns die hohe Temperatur der Kokoskohlen positiv auffiel. Die Briketts liefern lange eine ausreichend hohe Temperatur, um auch Steaks mühelos zu grillen.

Anschließend wurde noch indirekt mit den Kokoskohlen weitergegrillt. Die Hitze hat noch für mehrere Stunden ausgereicht, um auch größere Fleischstücke auf die gewünschte Kerntemperatur zu bringen. Erst nach über 4 Stunden ließ dann die Hitze deutlich nach, sodass man Kohlen nachlegen müsste.

Ebenfalls positiv: die Kokoskohlen behalten ihre Form, bis sie komplett verbrannt sind. Die Asche unterscheidet sich in der Farbe von anderen Briketts. Während Holzkohle-Briketts eine graue, flockige Asche hinterlassen und Braunkohle-Briketts eine gelbliche, sandige Asche produzieren, bleibt von den Kokosbriketts eine feine, rötlichbraune Asche zurück.

Abgebrannte Kokosbriketts

Die Asche der Kokoskohle unterscheidet sich von anderer Grillkohle

Am nächsten Tag wurden die Kokosbriketts dann auch mit dem Dutch Oven getestet. Aufgrund des stürmischen Windes hatten wir schon ernsthafte Bedenken, ob wir diesen Test überhaupt durchführen können. Aber bereits beim Anzünden zeigte sich, dass diese Briketts auch mit dem Wind mühelos fertig werden. Der Dutch Oven wurde sogar gänzlich ohne Windschutz aufgestellt und dennoch flog praktisch keine Asche durch die Gegend, wogegen man bei herkömmlichen Briketts schon in einer gewaltigen Aschewolke gestanden hätte. Die Temperatur reichte trotz des Windes völlig aus, um ein leckeres Dutch Oven Gericht zuzubereiten.

Test im Water Smoker

Auch im Water Smoker wurde die Kokoskohle getestet. Als Setup wählten wir einen Minion-Ring, der den Smoker auf einer Temperatur von 95 – 110 °C halten sollte. Zum Zünden des Minion-Rings sollte lediglich eine handvoll Briketts dienen, die zuvor im Anzündkamin vorgeglüht wurden.

Minion-Ring im ProQ Frontier

Minion-Ring im ProQ Frontier

Der Minion-Ring hat seine Arbeit problemlos vollzogen und der Smoker hat die Temperatur problemlos über 4 Stunden gehalten. Am Ende waren sogar noch so viele Briketts übrig, dass sie mitsamt der Glut in den Kugelgrill verfrachtet werden konnten, um dort noch eine Tarte zu backen. Lediglich bei sehr geringer Luftzufuhr besteht durch die starke Pressung die Gefahr, dass die Briketts an der eigenen Asche ersticken. Diese Fälle kommen aber nur sehr selten vor.

Fazit

Award für sehr hohe QualitätWir können die Kokosbriketts von Oekokraft Kokoskohle nur empfehlen. Sie liefern lange Hitze, rauchen und stinken nicht und sind preislich in Ordnung. Zudem sind sie auch ökologisch unbedenklich, denn sie werden auch Schalen von Kokosnüssen hergestellt. Für diese Kohlen muss kein einziger Baum gefällt werden.

 

  • Eignung zum direkten Grillen: sehr gut
  • Eignung zum indirekten Grillen: sehr gut
  • Eignung für den Dutch Oven: sehr gut
  • Eignung für den Smoker: gut

Für uns steht fest, dass wir diese Brikett auf jeden Fall öfter bestellen werden.

Gut Glut!
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Kommentare

  • sweetchili 13 / 06 / 2012 Antworten

    Der Test klingt absolut überzeugend für mich, ich denke das ich dort auch mal bestellen werde.

    • Oliver 13 / 06 / 2012 Antworten

      Wir haben das Ganze zwar nicht hochwissenschaftlich im Labor getestet, aber so ein Test in der Praxis ist schon recht aussagekräftig.

      Bei der Bestellung muss du aber ein paar Tage einplanen, da der Versand leider ausschließlich via Hermes erfolgt. Und Hermes braucht immer ewig. 🙁 Sonst klappt da alles sehr gut. Mindestabnahme sind 10 kg. Das ist die kleinste Packungsgröße.

  • Turbohausfrau 13 / 06 / 2012 Antworten

    Der Test klingt ja sehr überzeugend! Hier in Wien ist es auch nicht so einfach, vernünftige Grillkohle zu finden. Der Erdäpfelgeruch bei vielen Kohlesorten finde ich ja komplett daneben. Leider liefert diese Firma nicht nach Österreich. Müssen wir wohl doch einen Köhler suchen.

    • Oliver 13 / 06 / 2012 Antworten

      Wir werden bei Gelegenheit auch mal die Outdoorchef Cocochef Premium Grill Briketts testen. Die sollten auch in Österreich zu bekommen sein. Outdoorchef ist ja ein großer Grillhersteller.

      Der Geruch bei vielen Kohlensorten stammt von der Stärke, die als Bindemittel verwendet wird. Manche Sorten kommen auch ohne Bindemittel aus, werden dafür stärker gepresst. Allerdings sind diese Sorten sehr selten geworden.

      Noch übler sind allerdings Briketts aus Braunkohle, wie z.B. die Weber Premium Briquettes. Die stinken übel beim Anzünden und ersticken oft an der eigenen Asche. Daher werden sie oft in Grillerkreisen als Löschkohle bezeichnet. Also immer Augen auf beim Kohlekauf!

  • Turbohausfrau 14 / 06 / 2012 Antworten

    Habt ihr denn schon einmal Kohle bei einem Köhler gekauft? Eignet sich so etwas überhaupt zum Grillen? Mein Mann hat nämlich gestern im Internet einen Köhler in einigermaßen brauchbarer Entfernung gefunden und gemeint, da müssen wir unbedingt demnächst hinfahren und Kohle kaufen.

    • Oliver 14 / 06 / 2012 Antworten

      Leider gibt es bei uns im Umkreis von über 100 km keine Köhler mehr. Da wir hauptsächlich Briketts für das indirekte Grillen und für den DO benötigen lohnt es sich für uns nicht, Holzkohle bei einem Köhler zu besorgen und dafür stundenlang zu fahren. Briketts können Köhler leider mangels der nötigen Maschinen nicht herstellen. Normale Holzkohle bekommt man aber von einigen Herstellern noch in sehr guter Qualität. So z.B. die Sommerhit von Profagus oder auch als Restaurantkohle (große Stücke, ideal für Steaks) El Toro von Schmitz. Wir würden uns freuen, wenn du einmal berichten würdest, wie ihr mit der Kohle vom Köhler zufrieden seid.

      • Turbohausfrau 14 / 06 / 2012 Antworten

        Danke für die Antworten! Ich melde mich, wenn ich etwas zu berichten habe. 🙂

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